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Gastbeitrag: “Einfach weniger”

Sonntag, 1. April 2012

Daniel von Entdeckung der Schlichtheit hat sich Gedanken zum Minimalismus gemacht – und zum Namen dieses Blogs. Ein großes Dankeschön :-)

 

Das weniger mehr sein kann, werden die Leser dieses Blogs wissen. Allerdings ist dieses Weniger nicht immer einfach zu erreichen. Denn am Anfang stehen viele Besitztümer, Verpflichtungen und weniger hilfreiche Verhaltens- und Denkweisen dem entgegen.

Der Minimalismus, der von den Medien zum Trend auserkoren und milde belächelt wird, ist dabei ein Art Werkzeugkasten. Er hält Tricks und Kniffe bereit,  um sich und sein Leben zu vereinfachen. Hat man erst einmal verstanden, worum es geht, dann scheint das Anfangen ganz einfach. Es wird ausgemistet, weggeschmissen, aufgeräumt. Früher wurde so etwas „Frühjahrsputz“ genannt.
Für viele hört es damit auch schon wieder auf. Den Besitz auf die magisch minimalistische Grenze von 100 Teilen zu reduzieren, wollen die wenigsten. Aber genau darum geht es nicht. Ein Denkfehler.

Vielmehr geht es darum, durch weniger, ein einfacheres Leben zu führen. Weniger schafft nicht nur physischen, sondern auch psychischen und emotionalen Freiraum. Weniger zu besitzen, zu kaufen, pflegen und organisieren zu müssen führt zu weniger Stress, Belastungen und Verpflichtungen.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Bereiche, die durch weniger fast wie von selbst mehr werden. Weniger Besitz führt zu mehr Zeit und durch weniger Ausgaben zu mehr verfügbarem Geld. Der Fokus im Leben verändert sich vom Haben zum Sein. Schritt für Schritt vergrößert sich so äußerer und innerer Freiheit.

Ebenso wurde gezeigt, dass das Glücksempfinden steigt, je weniger Wert auf materielle Besitztümer gelegt wird. Dasselbe gilt sowohl für prosoziales Verhalten, wie Empathie und gesellschaftliche Kooperativität, als auch für ökologische Rücksichtnahme.
Ganz nebenbei entwickelt sich eine andere Sicht auf die Umwelt. Immer häufiger werden die eigenen Verhaltensweisen wahrgenommen und geprüft, ob nicht eben diese zu weniger Zeit und mehr Stress führen. Automatismen werden durchbrochen, die Achtsamkeit nimmt zu.

Und genau durch diese Achtsamkeit steigt das eigene Wohlbefinden. Am Ende entsteht so mehr Ausgeglichenheit und Freude an den wirklich wichtigen Dingen. Glück entsteht.

Je weiter dieser Weg gegangen wird, umso weniger wird mehr und das Wenige einfach. Das Leben wird einfacher.