“Tu es oder tu es nicht.” Meister Yoda lässt das Triezen nicht.

Tu es. Mach es sofort. Es gibt kein Versuchen.

Ich bin ja ein Fan von Star Wars. Und Teil IV haben wir zu Schulzeiten gefühlte 200 Mal angesehen.

Eine Szene, die ich nicht mochte, spielte auf dem sumpfigen, neblig-feuchten Planeten Dagobah.

Hier wird der junge Skywalker von Meister Yoda in die tiefe Weisheit der Jedi eingeführt, lernt “die Macht” zu nutzen und studiert nebenbei noch aus den Büchern ein wenig die Geschichte der Jedi. So muss sich der junge Schüler seine Ausbildung vorgestellt haben.

Stattdessen wird er von einem kleinen, grünen Zwerg – das soll ein Jedi-Meister sein?! – getriezt. Er wird über Stock, Steine, Schlingpflanzen und durch die Sümpfe gescheucht.



Und wie sich dieser Teil des Films hinzog. Dann piekst der grüne Zwerg den Schüler auch noch andauernd mit seiner “Gehhilfe” (seiner Krücke). Beschimpft und beleidigt ihn.

Und die Botschaft von det Janze?

 


“Tu es. Oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.”

Jetzt ein krasser Zeit-, Orts- und Themenwechsel …

Jetzt schon an den weihnachtlichen Rausch denken? Ich muss!

Bis zum Wochenende habe ich noch Zeit, ein Kursangebot für den Winter zu überlegen und einzureichen.

Die Idee 12 Vorhaben für das Jahr 2014 beim Namen zu nennen (und damit irgendwie verbindlich zu machen), haben mir nach 6 Wochen gezeigt:

Das hat was. Das will ich mal mit anderen zusammen durchbuchstabieren.

Am liebsten in einer Blockveranstaltung. Es gibt ja so viele schöne Methoden für die Erwachsenenbildung, ich bin immer wieder aufs Neue hin und weg, wie die einmal gelernten Methoden und Techniken, mir wieder präsent sind, sobald ich vor den Leuten stehe – gerade dann, wenn ich improvisieren muss.

Das muss ich an dieser Stelle sagen: Ich hatte Dozenten in der Pädagogik, deren Auftreten und deren Handeln noch wirklich von einer Liebe zur Sache geprägt waren.

Vor Weihnachten will ich das Seminar anbieten. Und vor meinem inneren Auge spielen sich schon Szenen ab:

Die SeminarteilnehmerInnen kommen zu derartigen Veranstaltungen gegen Jahresende, weil sie etwas vermisst haben im ablaufenden Jahr, weil sie etwas anders haben oder anders machen möchten. Oft kommen sie mit einer hohen Erwartungshaltung an sich und an ihre Umgebung.

Damit werde ich einsteigen: Was vermisse ich? Was fehlt mir?

Von dort wird es für manche ein Sprung, für andere eine weite Reise, dahin zu kommen: “Was will ich tun? Was benötige ich wirklich?”

Natürlich frage ich mich: Wo werde ich selbst im Dezember stehen? Wird mir mein “eigenes” Seminar vielleicht dazu verhelfen, mir inmitten – Ihr wisst, was in 8 Monaten wieder über uns hereinbrechen wird - mir mitten im Süßer-die-Kassen-nie-klingeln-Rummel über das eigene Tun im Klaren zu sein?

So ein Seminarraum ist natürlich kein Sumpfplanet. Und ich bin kein Jedi-Meister. Geht doch: Bin ich wieder bei Meister Yoda angekommen  ;-)

 

Nach 6 Wochen im neuen Jahr fällt mir auf, was eine Binsenweisheit ist: Auch Nicht-Handeln ist bekanntlich eine Entscheidung.

Wenn der junge Skywalker sich hinsetzt und sagt: “Das geht nicht.” Oder, ob er lieber Bücher über Jedi-Helden der alten Republik lesen möchte.

Immer kommt er nicht voran und gelangt nicht zu seinem Ziel: Mit der “Macht” vertraut zu werden, ein “Jedi-Ritter” zu werden.

Ganz gleich, ob ich in meinem eigenen Leben “einfach mal abwarte”. Oder wir in unserem Verein uns nicht durchringen können, mal öffentlichkeitswirksam auf den Putz zu hauen, eine “nachhaltige” (*gähn*) Kampagne zu starten oder es bleiben zu lassen.

Nicht-Handeln muss ich mir leisten können.

Wenn ich sage: “Ich versuche das mal”, dann schwingt bei mir Unentschlossenheit und Zweifel mit. Es klingt nach dem “be in two minds about something”. Und: Ich halte mir Hintertüren offen.

Unentschlossenheit, Zögern und Zaudern, Nicht-Handeln muss ich mir leisten können.

Finanziell, psychisch oder sozial betrachtet.

Einem Freund eine Bitte auszuschlagen, zum Beispiel, das kann ich mir nur leisten, wenn die Freundschaft genug “Guthaben” auf dem “Beziehungskonto” vorweisen kann.

Eine Stelle in einer anderen Stadt, einem anderen aus Bequemlichkeit abzuschlagen (“Es ist so gemütlich hier und die Freunde wohnen einen Steinwurf entfernt”), kann ich mir leisten, wenn der Lebensgefährte/ein soziales Netz/der Staat beim Scheitern meiner Projekte einspringt.

Nichts zu tun, wenn Aufgaben überhand nehmen, ich die Auswirkungen negativen Stresses in der Partnerschaft oder am Arbeitsplatz bemerke, kann ich mir dann leisten, wenn ich stark genug bin und Krisen oder gleich mehrere Krisenherde verkraften kann (wenn mir eine große Portion “Resilienz” mitgegeben wurde).

Das alles gilt es zu bedenken, wenn ich etwas halbherzig anfasse. Wenn ich schon nach dem Notaussgang schiele, bevor ich aufs Parkett getreten bin.Wenn ich etwas nur versuche.

“Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.” Diesen Stoß in die Rippen, dieses nervige “Mach das. Mach’s anders. Mach’s, aber mach’s richtig. Pack’s an.” kann uns an den Preis, den uns das Versuchen bisweilen kostet, erinnern.

Meister Yoda und seinem Triezen sei Dank.

 

 

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3 Kommentare zu „“Tu es oder tu es nicht.” Meister Yoda lässt das Triezen nicht.“

  1. aromatherapy sagt:

    Hello, I enjoy reading all of your article post.
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  2. Susanne sagt:

    … die SAche mit dem Beziehungskonto ist sehr gut, das hilft mir sehr um meine Beziehungen immer wieder mal zu reflektieren. Oft merkt man gar nicht, dass eine bestimmte Beziehung schon länger “rote Zahlen” aufweist…

  3. minimize sagt:

    Danke für die Rückmeldung. Wow, ein Jahr ist vorüber – und ich bin woanders unterwegs. Was aus diesem Blog wird?
    Keine Ahnung ;-)

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