Mal wieder eine “Gib-ein-Ding-pro-Tag-weg-Phase”

Die Idee ist ja bekannt und diverse Minimalismus-Blogger haben darüber geschrieben: Nutze jeden Tag, um einen Gegenstand loszuwerden.

Der Gedanke dahinter ist simpel:

Wir haben viele Sachen, die wir nur selten nutzen, manchmal gibt es sogar Zeug, das wir seit Jahren irgendwo rumstehen haben. Wozu?

Wenn diese Dinge nichts mit dem zu tun haben, was wir gerne tun und was uns Freude bereitet, wozu alles in der Welt habe wir sie dann?

Da sind diese beiden Tischtennisschläger – dabei habe ich das letzte Mal vor einigen Jahren verloren gespielt.

Zwei – ich glaube - Whiskey-Gläser. Trinke ich gar nicht.

Ein altes Wörterbuch – schaue ich zwar dauernd rein, Wörter nachschlag klappt aber prima über Duden-online.

Ich weiß nicht, welches Gefühl Dich beschleicht, wenn Dein Blick auf ein Ding fällt, von dem Du schon gar nicht mehr wusstest, dass Du es besitzt, von “Das ist ja toll, da ist ES ja” bis “Meine Güte, schon wieder so ein Staubfänger” ist ja vieles möglich.

Wenn Wassermassen ganze Landschaften und Dörfer fluten und vielen Menschen wortwörtlich ihr Hab und Gut davon schwimmt, so ist das schrecklich. Und: Es erinnert mich daran, mir eine Frage zu stellen: In so einem Fall, was würde ich mir unbedingt neu anschaffen müssen, um ein gutes, ein sinn-erfülltes Leben zu führen? Gehört da ein Fernseher dazu, der so groß ist wie eine Tischtennisplatte? Oder die kleine Kaffeemaschine?

Inzwischen gebe ich sogar Dinge weg, an die schöne Erinnerungen geknüpft sind – von Erinnerungen, das habe ich gelernt, kann ich nicht leben. Und ohnehin fallen mir oft genug schöne Erlebnisse bei einem Bier mit Freunden ein, vor allem, wenn vor uns noch ein Feuer knistert…

Zugegeben: Damit tue ich mir schwer: Es gab Erinnerungsstücke, zB. ein Schulheft, in dem mir etwas besonders gut gelungen war oder eine Arbeit, zu der meine Lieblingslehrerin einen netten Text geschrieben hatte oder mein erster Entwurf eines eigenen Brettspiels, die habe ich Jahre lang gehütet wie einen Schatz.  Vergeblich, irgendwann einmal waren sie einfach weg, fortgeworfen auf den Müll.

Wichtig ist, dass Du selbst entscheidest, was Du behalten oder was Du weggeben möchtest. Die Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend, dass andere Menschen meine Sachen weggeben oder einfach etwas aussortieren, ohne mich zu fragen, hat zweifellos dazu geführt, dass ich ein besonderes Verhältnis zu Dingen entwickelt habe, auf besondere Weise achtgeben wollte auf das, was mir gehört.

Im letzten Jahr hatte ich im März jeden Tag ein Teil an Freunde verschenkt oder vors Haus an die Straße gestellt; wurde ein Teil online verkauft, dann zählte das auch.

Nach einem langen abendlichen Gespräch mit der Hübschen habe ich mich gestern verkünden gehört: “Ich habe immer noch zu viele Sachen.”

Meine kleine Kaffeemaschine (oh ja, eine kleine, die wo man eine Tasse mit brühen kann) ist aussortiert, heute früh eine Butterbrotdose. Die Sachen wandern in ein Regal oder in einen großen Karton am Straßenrand.

Macht ihr so etwas auch (noch)? Es kommen ja neue Dinge ins Haus, allein die Geburtstagsgeschenke, die man so erhält – ist ja wieder Zeug, das irgendwo eingeräumt werden will.

Mal sehen, was die nächsten Wochen so bringen rauswandert…

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