Trainiere Deinen V-Muskel (v. Leo Babauta)

Gestern bekam ich auf zenhabits.net einen schönen Beitrag zu lesen.

Er passt gut zu den Gedanken, die hier in den Kommentaren zu den Themen “Anleitung” und “Dranbleiben” geäußert worden sind.

Hier nun der Beitrag Leo Babautas:


 

Wie Du Deinen “Veränderungsmuskel”* (*der Einfachheit halber V-Muskel genannt) aufbaust.

Beitrag von Leo Babauta.

Wenn Du Dich dran machst, etwas in Deinem Leben zu verändern, eine neue Angewohnheit einzuüben oder einen Entschluss zu fassen und umzusetzen … bist Du da immer gut drin oder bleibst Du nach ein paar Wochen im alten Trott stecken?

Manche von uns sind darin besser als andere.
Das ist so, weil sie ein paar simple Strategien über Veränderung gelernt haben.

Was ist aber ein “Veränderungsmuskel”?
Das ist der Muskel, der immer dann ins Spiel kommt, wenn wir was in unserem Leben verändern wollen.
Na ja, und wie jeder andere Muskel auch, ist er schwach, wenn Du ihn nicht trainiert hast.

I begann 2005 damit ihn zu trainieren, als er noch schwach war und ich damit keine Veränderung von Dauer hinbekam.

Ich war ratlos und hatte keine Idee, wie ich’s angehen sollte. Ich fühlte mich so, als ob mir nie eine Veränderung gelingen könnte.

Aber: Ich habe seitdem gelernt, dass der V-Muskel wie andere Muskeln beschaffen ist: Anfangs magst Du noch schwach sein, aber Du wirst stärker mit der Zeit, d.h. mit einem regelmäßigen Training.

Stell Dir vor, Du willst eine 160-Kilo-Hantel stemmen.

Es auch nur 15 cm vom Boden anzuheben wird fast unmöglich sein für Leute, die ihre Muskeln nicht dafür trainiert haben, derart schwere Lasten zu stemmen.

Du würdest Dich quälen und Dir dabei einen Bruch heben, aber Du wirst die Hantel wohl kaum bewegt haben.
Aber – wenn Du nur mit der leeren Hantelstange angefangen hättest und hättest nur sie angehoben, das wäre ein erster Erfolg.
Später füge 5-10 Pfund auf jeder Seite hinzu und Deine Muskeln werden gefordert und stärker.
Füge dann und wann immer nur ein wenig Gewicht hinzu und bald wirst Du in der Lage sein, die mit 160 Kg beschwerte Hantel zu heben – was Dir doch einst unmöglich erschien.

Mit Deinem V-Muskel verhält’s sich ebenso!
Als ich mich schlau machte, wie Muskelaufbau funktioniert, da wurde mir klar, wie zahlreich die Parallelen zu dem Aufbau unseres V-Muskel sind.

Prinzipien des Wachstums.

Was für den normalen Muskelaufbau gilt, gilt prinzipiell auch für den V-Muskel:

1. Fang klein an. Wenn Du gleich zu Anfang zu viel Gewicht heben willst, dann ist das nicht angemessen und Du wirst Dir womöglich Verletzungen zuziehen – und dies ohne dauerhaften Effekt.
Wenn Du hingegen nur mit der Hantelstange (oder leichten Gewichten) einsteigst, dann kannst Du lernen, wie Du Gewichte hebst und wirst viel eher dranbleiben.
Der V-Muskel verhält sich gleich: Fang an mit einer einzelnen Veränderung, nur 5 Minuten am Tag. Du wirst mehr machen wollen, aber tust Du mehr, Du wirst auf lange Sicht nichts ausrichten.

2. Trainiere regelmäßig. Eine Leute rennen in’s Fitness-Studio für eine Woche, dann hören sie auf, fangen dann einige Monate später wieder an. Pure Zeitverschwendung! Dazu noch ohne irgendeinen Fortschritt! Willst Du Fortschritte sehen, dann wirst Du regelmäßig trainieren müssen.
Ebenso beim V-Muskel: Mach’s täglich, 5 Minuten am Tag. Du wirst stärker and stärker durch regelmäßiges Training. Steige nicht groß ein und höre dann nach 1-2 Wochen wieder auf, um alles fallen zu lassen, um dann wieder von vorn anzufangen. Regelmäßige Wiederholung heißt hier das Stichwort.

3. Erhöhe stetig die Last. Wenn Du nicht die Zahl der Gewichte erhöhst, wirst Du nicht stärker werden. Erhöhst Du sie hingegen zu sehr, wirst Du Dir Verletzungen zuziehen.
Mit unserem V-Muskel machst Du’s ähnlich: Erhöhe Dein tägliches Training um jeweils 5 Minuten für eine Woche – also trainiere in der ersten Woche täglich 5 Minuten, in der zweiten dann 10 MInuten am Tag, usw. Du wirst staunen, wie stark Dein V-Muskel mit zunehmender Gewichtserhöhung werden wird!

4. Ruh Dich aus & schränke andere Betätigung ein.
Viele Menschen verstehen nicht, wie wichtig es im Training ist, Erholungsphasen einzuhalten.
Auf’s Training folgt die Erholungsphase, dann setzt Wachstum ein. Wenn wir nicht ruhen, dann stören wir unser Wachstum.
So verhält’s sich auch mit unserem V-Muskel: Du musst ihn trainieren (5 Minuten täglich reichen anfangs), dann soll er sich erholen. Das bedeutet: Versuche anfangs nicht den ganzen Tag über in Deinem Leben etwas zu verändern.
Versuche auch nicht, Deine erste Veränderung auf Reisen oder mitten in einem großen Projekt in Angriff zu nehmen, oder während Du in Deinen Studien steckst. Fange auch nicht mit drei Veränderungen gleichzeitig an.
Du wirst Dich damit übernehmen.
Eine Veränderung nimm Dir vor und für den Rest des Tages bleib bei Deinem gewöhnlichen Tun.

5. Nähre das Wachstum.
Neben der Erholung ist Nahrung einer der Aspekte für Muskelaufbau, der gerne übersehen wird.
Du benötigst ausreichend Kalorien für das Wachstum. Ansonsten wird Dich alles Training in der Welt nicht zum Ziel bringen.
Nun, was für Nährstoffe benötigt das Wachstum unseres “V-Muskels?
Motivation. Finde also so viele Wege, Dich zu motivieren, wie Du nur kannst: Mach die Veränderung zum Genuss, suche Dir einen Partner, besuche einen Kurs, schreibe darüber ein Blog, tritt einem Forum bei, schaffe Belohungen, feiere kleine Fortschritte, nutze eine Tabelle usw. Je mehr, desto besser. Viele Menschen lassen ihren V-Muskel unterversorgt.


Nun, wie kannst Du los legen und Deinen untrainierten V-Muskel stärken? Mach’s genau so, wie Du auch Deinen Körper trainieren würdest – fange mit Übungen an, die Dein Körpergewicht in den Blick nehmen, mit nur wenigen Übungen am Tag.

Hier mein Vorschlag:

1. Fange mit einer Sache an, die Dich nicht gleich überfordert und die Dir gefällt.

Du willst Deinen Garten verschönern? 5 Minuten Gartenarbeit am Tag sind ein Anfang. Du willst Ordnung in Dein Durcheinander bringen? Obst und Gemüse essen? Laufen oder Schwimmen? Meditieren? 5 Minuten davon täglich.

2. Konzentriere Dich auf die schönen Seiten Deiner neuen Angewohnheit, freue Dich über sie. Wenn Du es magst und es Dich erfreut, willst Du länger am Ball bleiben. Wenn Du es nur tust, um “besser” zu werden oder “weil es gut für Dich” ist oder Du es tun “solltest”, dann wirst Du nicht lange dran bleiben.

3. Achte darauf, es regelmäßig zu tun; es geht nicht um schnelles Wachstum. Tu es täglich, am besten zu derselben Zeit.

4. Stelle andere Veränderungen oder Gewohnheiten hintan, so dass Du Deine Konzentration und Kraft auf die eine Sache zu richten vermagst.

5. Versorge Dein Vorhaben, Deinen Veränderungswunsch mit Nahrung, d.h. mit so viel Motivation, wie es menschenmöglich ist. Mehr ist in diesem Fall besser.

6. Wachse stetig, indem Du Dein tägliches Training mit jeder Woche um 5 Minuten verlängerst.


Du wirst fasziniert sein, wie gut Du voran kommen wirst, wenn Dein V-Muskel erst einmal stärker geworden ist.

Wir geben oftmals unserem Mangel an Disziplin die Schuld für unser Scheitern, doch sind wir nicht disziplinlos… nur zu schwach und untrainiert.

Entwickle Deinen V-Muskel nach den einfachen Regeln des Wachstums und schon bald wirst Du nicht mehr zu bändigen sein, ein Meister in Sachen Veränderung.

 

 

Diese Zeilen tippe ich übrigens, während ich das Gerätetraining noch in meinen Muskeln spüre: Ich komme heim, meine Arme und Schultern sind schwer und müde und ich lese diesen Text!

Wunderbar! Herzlichen Dank an Leo Babauta für die gelungene “Anleitung”…

Zum Original-Artikel auf zenhabits.

 

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1 Kommentar zu „Trainiere Deinen V-Muskel (v. Leo Babauta)“

  1. guest sagt:

    What’s up, yup this post is actually pleasant and I have learned lot of things from it regarding blogging.

    thanks.

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