Minimalismus to go.

Minimalismus zum Mitnehmen.

In den letzten Gedanken zum Thema Minimalismus habe ich ein paar Personen genannt, die man mit Minimalismus verbindet.


Da stellt sich die Frage, ob es sich dabei um “Gurus” oder gar “Ikonen” handelt.

Beim Minimalismus ist das – eigentlich – ausgeschlossen. Hier kann niemand eine “Ikone des Minimalismus” werden.

Wozu auch?

Leo Babauta beispielsweise gibt dir Anteil an dem, was er sich so überlegt hat und ihm widerfahren ist.

Es handelt sich um – Angebote.

Ich kann hier einen Spaziergang durch’s Haus oder die Wohnung anbieten, berichten, wohin ich meine Sachen gegeben habe. Für die Arbeit an deinem Lebensweg kannst du hier einen interessanten Blick kennenlernen, wieder jemand ist berühmt dafür, eine nützliche Liste oder ein Mitmach-Experiment ins Netz zu stellen.

Und jetzt heißt es für den, der in den Blogs liest: “Wo stehe ich gerade? Was möchte ich ändern oder erreichen?”

Wie hier deine Antwort ausfällt, so wird dich dieses Angebot sogleich interessieren, jenes erst später oder gar nicht.

Jeder dort, wo er steht und mit dem, was er hat.

Für mich, so habe ich recht bald festgestellt, ist ein Regelwerk – “Tu das und du lebst minimalistisch!” – nichts.

Zu lange und zeitweise zu intensiv habe ich kostbare Zeit meines Lebens damit verbracht, Regeln zu befolgen – lebensferne noch dazu.
Genützt hat das selten mir, dafür oft genug anderen Gewinn gebracht.

Womit wir bei den “Gurus” wären: Es muss jede(r) selbst wissen, ob er oder sie den Button “Lese jetzt mein e-book! Klick und kauf!” drücken will, weil der Meister darin den Weg zum minimalistischen Glückshorizont gewiesen hat.

Sie bieten Dir Ideen an.

Ich wäre kaum in die nächste NLP-”Praxis” gegangen und hätt’ dort gefragt “Wie kann ich weniger besitzen oder meinen Bücherbestand reduzieren und dabei noch meine Lebensqualität erhöhen?” Das macht nämlich gleich mal 60,00 Euro.

Für einen Bruchteil des Geldes schäume ich mir Milch auf, gieße vorsichtig Kaffee ein und freue mich am Farbenspiel im Kaffeeglas. Dann gehe ich durch’s Haus und sehe nach, was alles sehnsüchtig darauf wartet, vor die Tür gestellt zu werden.

 

Und wenn ich nicht weiter komme, dann greife ich zum Telefonhörer … es gab in der Anfangsphase  immer jemanden, der zum Austausch über meine “Wohlstandsprobleme” bereit und willens war.

So hatte ich in der Tat meine erste Ich-will-weniger-Wegwerfaktion gestartet – ohne Anleitung, ohne ein blog oder Buch.

Nach einer schlaflosen Nacht über alles mögliche, das (s)ich so angesammelt hatte in meinem Leben, konnte ich den Morgen kaum erwarten und anfangen.

Am Abend dann war die Garage gut gefüllt.

Dass es danach noch viel zu tun gab (z.B. den Papierkram sinnvoll sortieren), ist klar, oder?

In diesem Sinne wünsche ich allen ein schönes Gefühl beim “Reduzieren”, das eine oder andere Aha-Erlebnis beim Lesen diverser blogs und vor allem Spaß.

Und: Dranbleiben.

Denn der Weg zu einem minimalistischen Lebensstil oder zu “weniger” ist eben – ein Weg.

 


Schlagworte:

4 Kommentare zu „Minimalismus to go.“

  1. Daniel sagt:

    Minimalistisch Leben nach Anleitung? =D
    Ich denke die ganzen Blog dienen eher der Erweiterung des eigenen Horizontes und dem Austausch untereinander. Vielen außenstehenden Menschen kann man diese Lebenshaltung eh kaum begreiflich machen.

    Die ganze Kommerzialisierung der englischen Blog sehe ich mit argwohn. Aber in Amerika ist dies oft so. Habe ich bei einer anderen “Strömung” schon einmal erlebt.

    Viel wichtiger finde ich aber, dass man selbst weiß und auch benennen kann, warum man diesen Weg geht. Warum schmeiße ich die meisten meiner CDs/Bücher/Kleidungsstücke über Bord? Warum reichen zwei Tassen zum Leben aus, anstatt ein Küchenschrank voll davon? Warum muss ich nicht mehrfach im Jahr ein neues „Spielzeug“ haben(, welches schnell wieder in der Schublade verschwindet, die daraufhin überquillt)? Warum renn ich dem Konsumismus nicht mehr hinterher?
    Erst wenn ich mir Gedanken um meine Motivation gemacht habe, kann ich auch mein Leben minimalistisch gestalten. Denn sonst ist die Motivation schnell weg oder es ist nur ein Frühjahrsputz, den man vielleicht als besonders „weise“ verkaufen möchte.

    Wenn man etwas in seinem Leben verändern will, muss man dran bleiben. Das hast Du sehr schön erkannt.

  2. minimize sagt:

    Salut.
    Danke für Deine gute Ergänzung.
    Im englischsprachigen Raum ist das sehr verbreitet: Mit Sachen, die man tut oder eigenen Ideen sogleich auch(!) an das Geld zu denken.
    Ich glaub’, dass ist eine Frage der Mentalität, der Vorstellung von (der) des self-made (wo)man, der mangelhaften sozialen Absicherung, und auch der dort verbreiteten religiösen Vorstellung “wer wohlhabend ist, der ist von Gott begnadet”…
    Von daher habe ich Verständnis dafür. Aber ich lese gerne diese blogs und merke ja: Wenn ich immer nur 1/3 oder 1/4 als Teaser vorgesetzt bekomm’ und für den Rest 24 19$ zahlen soll, dann schau ich mich halt weiter um.
    Und was Du zur Motivation schreibst – so ist es!
    Ich betrachte das jetzt mal als Gastbeitrag ;-)
    Deshalb denke ich manchmal: “Ach, meine stümperhaften “weniger!”-Versuche, da gibt es doch so tolle Anleitungen und 30-Tage-Programme, das ist doch interessanter für die Leut’.”
    Doch Seiten wie die Deine oder andere blogs, die sich nur dann und wann mal zum Minimalismus äußern, sind so schlicht ;-) und sagen einfach, warum und wozu “weniger” gut ist und wie sich das in den verschiedenen Lebensbereichen umsetzen lässt, vielleicht mit der Hilfe einer von Frau Dingdongs Listen ;-) - aber ohne Regeln oder eine “Satzung” :-D
    Das freut mich immer wieder.
    Von mir ‘Alles Gute’ in die (ehem.) Kultur(bau)hauptstadt

  3. daniel sagt:

    Na, wenn mein Kommentar schon als Gastbeitrag zu sehen ist, dann würde ich mich gerne revanchieren. Kannst Dich ja mal bei mir per Mail melden.

  4. minimize sagt:

    Ja, mache ich. Bin mal gespannt, was Dir vorschwebt.

Kommentieren

*