Einblick ins Buch: “Reiten im leichten Sitz” (Teil 1 von 3)

 

Einblick in Wladimir Littauers Buch «Die moderne Reitlehre. Reiten im leichten Sitz.»


Ab hier geht es um das Buch, das ich letztens gelesen habe. Ist also für den einen oder die andere Reiter/in interessant, die es hier geben soll ;-)


 

Dieses Buch habe ich mit Gewinn gelesen, aus mindestens drei Gründen:

  • Es ist wirklich eine Reitlehre. Littauer nimmt einen schulmeisterlich in den Unterricht, belehrt und korrigiert, was man bisher für wahr und richtig hielt (als Anfänger zum Glück noch nichts oder nicht viel) und bietet eine Vielzahl an Bildern, Skizzen und Zusammenfassungen.
  • Es lässt einen Reitschüler des Verfassers zu Wort kommen und seine ersten Bedenken zum Reiten im leichten Sitz äußern.
  • Es hat mir anschaulich ins Gedächtnis gerufen, was die beste Reitlehrerin von allen mir geduldig erklärt, live “vorgeritten” und während ich auf dem Pferd saß, voller Ausdauer (bisweilen schnaufend) zugerufen hat.

 

Ich werde aus der Reitlehre Wladimir Littauers einige Passagen zitieren, andere Kapitel hingegen nur streifen.

Wenn’s fertig ist – natürlich von meinen persönlichen Bemerkungen befreit – als pdf einstellen.

 

Diese Reitlehre “richtet sich audrücklich an die Reiter, die nicht Dressur und Höchstleistungssport betreiben, sondern die das Reiten als den modernen, Körper und Charakter und Seele fordernden und formenden Sport lieben.” (Geleitwort 6)

 

Littauer, langjähriger Reitlehrer, der selbst verschiedene Schulen des Reitens “durchwandert” hat, schreibt anschaulich, bisweilen geradezu fesselnd.

Schon nach dem ersten Satz kann man nicht einfach weiter lesen:

Eine perfekte Reitlehre könnte nur von einem Pferd geschrieben werden.” (9)

Wie wahr. Der einfühlsame Reiter wird sich fragen: Woher weiß ich, ob das Pferd versteht, was ich will? Ob ich richtig sitze oder dem Pferd in den Rücken “plumpse”?

Und so heißt denn auch das zweite Kapitel “Sich in das Pferd versetzen”:

Wenn man sich in Gedanken in ein Pferd verwandelt [...] kann man natürlich nicht verstehen, warum der Mensch einen besteigt, ein paar Kilometer trabt, einen dann zum Galopp anhält und danach über ein halbes Dutzend Hindernisse springt oder eine Reihe seltsamer Bewegungskombinationen ausführen lässt.” (18)

Stattdessen gelüsten einen – als Pferd – ganz andere Dinge:

Deine natürliche Neigung ist es, dich in Freiheit, in Gesellschaft anderer Pferde zu bewegen, auf grünen Weiden mit schattigen Bäumen, kalten, frischem Wasser und unbegrenztem Auslauf.” (Ebd.)

Littauer tut alles, um dem Leser ein Sich-hinein-Versetzen in das Pferd zu ermöglichen. Ebenso anschaulich wie seine Übung “Stell-Dir-vor-Du-seist-ein-Pferd” ist folgender Vergleich:

Der Mensch verlegt beim Gehen sein Gleichgewicht nach vorne und verlagert sein Gewicht von dem auffußenden auf das vorschwingende Bein, wobei seine Armbewegungen helfen, die Balance zu halten. Trüge er einen Affen auf seinen Schultern, der versuchte, seinen Oberkörper mit Stricken zurückzunehmen und seine Armbewegungen zu beschränken, würde der Mensch bestimmt nervös werden und sich steif und unsicher fortbewegen.” (36)

 

Ich muss zugeben, nach der Lektüre der ersten Kapitel war ich, der Anfänger, schon ein wenig verunsichert.

Viel lieber hätte ich mit dem Pferd von nun an nur noch Schön-Wetter-Spaziergänge gemacht und wäre “total freundschaftlich” neben ihm gelaufen. Natürlich mit viel Keksen und Bananen im Rucksack ;-)

So meint es Littauer natürlich nicht – für seinen leichten Sitz muss man schon aufsitzen …

 

Er vertritt die “Philosophie”, dass “Reiten auf der Basis leichter, präziser Signale und bereitwilliger Mitarbeit des Pferdes dem Können des Durchschnittsreiters” – darunter will er den normalen, guten Reiter verstanden wissen – “viel angemessener ist, als das auf der Basis von Zwangsmaßnahmen.” (14)

 

Reiter ist, so Littauer, jeder, der “zu Pferde sitzt” und sich darauf bewegt, und sei es auch “auf Empfehlung seines Arztes” (31).

Littauers Definition eines guten Reiters: “‘Ein guter Reiter kann mit der geringsten körperlichen und nervlichen Beanspruchung das Beste aus seinem Pferd herausholen.’” (Ebd.) Diese Kunst sei “nur durch eine harmonische Einheit von Schulung, Einwirkung und Sitz zu erreichen“. (31)

Auf das dritte Kapitel, eine kurze Geschichte des Reitens und einen Abriss der Reittheorien, lässt Littauer mit den Kapiteln 4 und 5 mehr als 30 Seiten zum leichten Sitz folgen.

 

[...]

 

Puh, Abtippen ist anstrengender als Putzen und Hufe auskratzen ;-)

 

Weitere Angaben:

Wladimir Littauer: Die moderne Reitlehre. Reiten im leichten Sitz.
Zürich u.a. 1980. 248 Seiten m. zahlreichen Abbildungen und Skizzen.

 

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7 Kommentare zu „Einblick ins Buch: “Reiten im leichten Sitz” (Teil 1 von 3)“

  1. Frauke sagt:

    Scheint wirklich sehr hilfreich zu sein das Buch. Mit allem was ich hier von ihm gelesen habe, kann ich mich identifizieren. Er hat absolut Recht. Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude am Reiten :)

    PS Ich empfehle auch Linda Tellington-Jones bzw. ihre Bücher :)

  2. minimize sagt:

    Danke. Das ist zwar alles irgendwie OT, aber ich fand, das Buch ist so schon geschrieben und die Vergleiche sind halt auch ein wenig zum Schmunzeln ;-)

    Und den Namen Linda Tellington-Jones hab’ ich schon mal irgendwo gehört :-)
    Lieben Gruß

  3. Frauke sagt:

    Die Dame ist super sympathisch wie ich finde und was Körpersprache, fairen Umgang & faires Reiten angeht, unschlagbar. Gerade im Freizeitbereich :) Als Westernreiterin find ich natürlich auch Ute Holm klasse, allein schon ihren Slogan “Westernreiten, aber bitte klassisch”. Ich sag s ja immer wieder, es gibt nur gutes oder schlechtes Reiten, egal welche Reitweise ;)

  4. minimize sagt:

    Nur gut und schlecht ;-) Okay … das ist übel – ich mag nämlich s/w nicht ;-)
    Just kidding.
    Aber ich versteh hoffentlich, was Du meinst. Und ich bemühe mich.

    Ich hoffe, Du verzweifelst nicht, dass Du bis März warten musst … Wenn ich als Anfänger schon von Sehnsucht heimgesucht werde, wie ist das dann bei einer passionierten Reiterin? Ich denk an Dich ;-)

  5. Ines sagt:

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    einfachweniger» Blogarchiv » Einblick ins Buch: “Reiten im leichten Sitz” (Teil 1 von 3)…

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